Das Bienensterben und was wir dagegen tun können

Schon seit einigen Jahren hört man immer wieder vom Bienensterben, das auf der ganzen Welt stattfindet. Die Zahlen sind besorgniserregend: In den USA und in Europa lag die jährliche Verlustrate in den Jahren von 2006 bis 2014 bei etwa 30%. Aber wir stehen diesem Problem nicht völlig hilflos gegenüber.

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Bildquelle: http://www.greenpeace.org

Wodurch wird das Bienensterben ausgelöst?

Die Verwendung von bestimmten Pestiziden, die für die Bienen gefährlich sind, spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Auch die Einschränkung des Lebensraums und der Nahrungsmittelvielfalt für die nützlichen Insekten durch Monokulturen ist ein wichtiger Faktor. Hinzu kommen Parasiten wie die Varroa-Milbe, die den Beständen zu schaffen machen.

In einem Greenpeace-Report von 2013 heißt es:

„Aufgrund destruktiver Praktiken, die Nistmöglichkeiten für Bienen einschränken, und des Spritzens von Herbiziden und Pestiziden stellt die industrielle Landwirtschaft weltweit eine der größten Bedrohungen für Bestäubergemeinschaften dar.“

Es ist vor allem das Zusammenspiel der drei Faktoren (Parasiten, Pestizide, Monokulturen), das den Bienen schadet. Je mehr dieser Faktoren vorliegen, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Bienenvolk stirbt.

Kein Honig mehr aufs Brot – na und?

Für manche wäre es sicher traurig, wenn das morgendliche Honigbrot eines Tages wegfallen sollte, aber die  traurigen Folgen eines möglichen Aussterbens der Bienen reichen noch viel weiter.

Unsere Kulturpflanzen werden zu 75% von Bienen und anderen Insekten bestäubt und würden ohne diesen natürlichen Vorgang weniger Früchte erbringen. Etwa ein Drittel der Pflanzen würden ohne Bestäubung deutlich weniger oder gar keine Nahrungsmittel mehr produzieren. Es lässt sich also festhalten, dass die Ernährung, die wir heute kennen, zu einem guten Teil auf den Bienen basiert und ohne sie in dieser Form schlicht nicht mehr möglich wäre.

Laut Studien würden die weltweiten Ernteerträge ohne die Bienen um 23 Prozent zurückgehen, die Gemüseernte um ca. 16 Prozent. Für Nüsse und Getreide wäre ein Rückgang um ca. 22 Prozent zu beobachten. Weiterhin berechneten die Forscher, dass der daraus entstehende zusätzliche weltweite Nahrungsmangel zu etwa 1,4 Millionen zusätzlichen Todesfällen pro Jahr führen könnte.

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Bildquelle: http://www.ruhrnachrichten.de

Was können wir tun?

Wir stehen diesem drohenden Desaster nicht machtlos gegenüber. Wenn wir und unsere Kinder weiterhin die Möglichkeit haben möchten, so zu leben, wie es heute möglich ist, und die Vielfalt an Nahrungsmitteln erhalten möchten, sollten wir nicht die Hände in den Schoß legen und zuschauen.

Für die Bienen wie auch für unsere Gesundheit ist es sinnvoll, Produkte aus ökologischem Anbau zu kaufen. Wer die Möglichkeit hat, sollte vielleicht einmal über einen Gemüsegarten oder die Teilnahme an einem Gartenprojekt im Viertel nachdenken. Bio-Höfe wie private Anbaubereiche fördern das Wohlergehen der Insekten nicht nur durch mehr Vielfalt und einen häufigeren Fruchtwechsel, sondern auch durch mehr weitgehend naturbelassene Elemente in der Landschaft, wie zum Beispiel Hecken, Teiche, Bäche oder Streuobstwiesen.

Auch finanziell können sich Obst, Gemüse und Kräuter aus eigenem, biologischem Anbau durchaus lohnen. Für den Schutz der Pflanzen gibt es bessere Methoden als hochgiftige Pflanzenschutzmittel: Man kann natürliche Pflanzenschutzmittel verwenden, Hochbeete anlegen, Nützlinge pflanzen, Unkraut jäten und Schädlinge absammeln.

Und wenn ich mir „Bio“ nicht leisten und kein Obst und Gemüse anbauen kann?

Nun hat natürlich nicht jeder die Zeit, selbst Gemüse anzubauen und nicht jeder das Geld, sich Bioprodukte zu leisten. Aber auch wenn man seine Einkaufsgewohnheiten nicht ändern kann oder möchte, kann man etwas tun. Zum Beispiel anstelle eines akuraten, milimeterkurzen Rasens im Garten zumindest ein paar Ecken sich selbst überlassen und dort heimische Wildblumen säen, oder ganz zu einem Rasen mit Blumenbestand übergehen. Ideal ist es, ein Blühangebot vom Frühjahr bis in den Herbst zu schaffen. Einige Tipps, wie man seinen Garten oder auch seinen Balkon „bienenfreundlich“ gestalten kann, gibt es hier: www.die-honigmacher.de

Jedenfalls sollte sich jeder, der stolz auf seine akurate Rasenfläche ist, darüber im Klaren sein, dass er damit dazu beiträgt, die Bienen weiter zu verdrängen und dass der drohende Verlust des morgendlichen Honigbrotes zum Teil seine eigene Schuld wäre.

Jeder kann etwas tun

Insgesamt ist das Bienensterben ein Problem, bei dessen Lösung wirklich jeder mit anpacken kann – ob mit Blumen auf der Fensterbank, eigenem Gemüseanbau oder einer Ecke für Wildblumen im Garten. Gehen wir es an, damit wir bald endlich wieder öfter einer fleißigen Biene begegnen können.

Bildquelle: http://www.mondweg.at

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2 Gedanken zu “Das Bienensterben und was wir dagegen tun können

  1. Pingback: Was wäre, wenn wir anfangen würden, den Bienen zuzuhören, anstatt sie auszubeuten…? – Vortoverdo

  2. Pingback: Et si on commençait à écouter les abeilles, au lieu de les exploiter – Vortoverdo

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