Ihr sitzt gerade höchstwahrscheinlich in einer „Filter Bubble“. Was das wohl sein mag?

Crédit photo: Sebastien Gabriel

Wenn wir eine Internetsuchmaschine nutzen, erwarten wir dann nicht verlässliche Ergebnisse von vertrauenswürdigen Quellen? Google wird von mehr als 64% der Internetnutzer verwendet und das, obwohl es schon oft der Manipulation von Suchergebnissen beschuldigt wurde. Mit Hilfe von sogenanntem Ad-Tracking werden die Daten der Internetnutzer bei Google zu Werbezwecken gespeichert. Dank der daraus generierten Werbeanzeigen verdiente Google allein im Jahr 2016 79 Milliarden US Dollar.

Nun könnte man natürlich sagen, Google muss ja von etwas leben und seine Angestellten und Ausgaben bezahlen. Letztendlich verbessert der Konzern ja auch nur seinen Service… Aber die Grenze zwischen der Verbesserung des angebotenen Services und Manipulation von Internetznutzern ist fließend.

Das entscheidende Stichwort zu diesem Thema ist ein Phänomen, das als Filter Bubbles bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um die Tatsache, dass die Datenbeeinflussung zur Serviceverbesserung von den Giganten des Internets Google und Facebook wie eine Membran zwischen den kursierenden Informationen und uns funktioniert.

Sie lässt nur das eindringen, was uns potentiell interessiert. Bis hierhin könnte man noch sagen: „Ja, Serviceverbesserung halt. Ist doch ganz praktisch.“ Aber wie Eli Pariser in einem sehr sehenswerten TED Talk aufzeigt, ist es vielleicht keine gute Idee, wenn wir Algorithmen entscheiden lassen, welche Informationen zu uns durchdringen.

Die Filter Bubbles, in denen wir uns fast alle befinden, können zum Beispiel konkret zu folgender Situation führen: Max 1 gibt zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Revolution in Ägypten das Suchwort „Ägypten“ in Google ein. Er ist jemand, der gern reist und sich nicht sonderlich für Politik interessiert. Die ersten 5 Suchergebnisse, die in den allermeisten Fällen angeklickt werden, sind Fotos von den Pyramiden, Hotelseiten etc.

Bei Max 2, der häufig auf Seiten von Tageszeitungen unterwegs ist und sich gern über dieses und jenes im Internet beliest, werden bei der gleichen Anfrage Suchergebnisse zu Artikeln über die Revolution angezeigt. Weil seine Filter Bubble nicht dieselbe ist wie die von Max 1. In Anbetracht dessen, dass immer mehr Menschen das Internet als ihre wichtigste oder sogar einzige Informationsquelle zum Weltgeschehen nutzen, ist diese Entwicklung unserer Ansicht nach mehr als beunruhigend.

Aus diesem Grund möchten wir euch in unserem nächsten Artikel eine Suchmaschine vorstellen, die nicht euren Suchverlauf analysiert oder eure persönlichen Daten speichert.


 

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