Refill Deutschland – Leitungswasser für Mensch und Umwelt


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à suivre
Quelle:refill-deutschland.de
Quelle:refill-deutschland.de

Wer kennt das nicht: Man ist unterwegs und hat Durst, aber man hat nichts zu trinken dabei oder die Flasche ist schon leer. Oder man sitzt in einem Restaurant und würde zu seinem Wein gerne ein Glas Wasser trinken…

Und jetzt?! Die kleine 0,33L Flasche Wasser für 3,00 € kaufen?!
In Frankreich und vielen anderen Ländern käme diese Frage gar nicht erst auf, denn dort ist es selbstverständlich, dass der Gast zu seiner Bestellung kostenfreies Leitungswasser bekommt. Es ist ein Zeichen der Gastfreundschaft – man heißt den Gast willkommen und vermutet, er habe neben seinem Essenswunsch auch Durst.
In Deutschland ist dies leider nicht der Fall – wenn man Durst hat, bestellt man sich etwas zu trinken.
Die Bitte um Leitungswasser, sei es zu einem Glas Wein oder einer Hauptspeise, gilt oft schon als unhöflich und wird zurückgewiesen. Undenkbar also die Vorstellung, nach Leitungswasser zu fragen, wenn man nur seine Trinkflasche auffüllen möchte, ohne etwas zu bestellen oder zu kaufen.
Damit soll jetzt Schluss sein: Inspiriert von einer britischen Initiative, hat die Bloggerin Stephanie Wiermann Anfang des Jahres in Hamburg die Aktion „Refill Hamburg“, ins Leben gerufen, die sich mittlerweile zu „Refill Deutschland“ entwickelt hat.
Auf der Internetseite des Projekts werden alle Orte, Cafés, Restaurants und Läden aufgeführt und in einer Karte verzeichnet, wo Durstige kostenlos Leitungswasser bekommen. Aber auch vor Ort kann man die teilnehmenden Geschäfte ganz leicht an dem blauen Refill-Sticker erkennen. Wo der Sticker im Schaufenster klebt, kann man kostenlos seine Trinkflasche auffüllen.
„Wir haben in Deutschland das große Glück, unser Leitungswasser trinken zu können“, so Stephanie Wiermann – warum sollte man es dann nicht auch nutzen und damit gleichzeitig die Umwelt schützen?
Ziel der Initiative ist es nämlich auch, ein Bewusstsein für den enormen Plastikkonsum zu schaffen und die Menschen dazu anzuregen, wiederverwendbare Trinkflaschen zu nutzen.

Dank der Creativ-Common-Lizenz, kann jeder der möchte dieses Konzept in seiner Stadt einführen.
Wer als Geschäft teilnehmen möchte, braucht sich lediglich den Sticker zu besorgen und gut sichtbar am Schaufenster zu platzieren. Sobald man seine Öffnungszeiten und seinen Webseitenlink per E-Mail an die Initiative geschickt hat, wird man auch schon auf der Karte eingetragen.

Nachdem das Projekt zunächst in Hamburg startete, fand es im Anschluss vor allem in Berlin Anklang. Es folgten NRW und Leipzig und mittlerweile tauchen täglich deutschlandweit immer mehr neue Refill-Stationen auf der Karte auf. 
Auf der Internetseite des Projekts wird darauf hingewiesen, dass man es bei Restaurants und Cafés natürlich verstehen kann, wenn sie eine kleine Glaspauschale berechnen, da man ja auch Ihren Service in Anspruch nimmt. Umso wertvoller und geschätzter ist es aber natürlich, wenn die Gastronomen, ebenso wie alle anderen Refill-Stationen, eine kostenfreie Leitungswasseralternative anbieten.

Wir freuen uns sehr – endlich heißt es, Flasche einpacken und los geht‘s!

LB

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