Was wäre, wenn wir anfangen würden, den Bienen zuzuhören, anstatt sie auszubeuten…?

… um nämlich auf ihre ganz eigenen Bedürfnisse eingehen zu können…

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Source: http://ruchesdebiodiversite.fr/

Die Bienen sterben. Sie sterben in einem solch rasanten Tempo und solchen Massen, dass man es mit der Angst bekommt.
Kann es sein, dass auch wir daran Schuld sind? Und können wir nicht auch etwas dagegen tun?
Seit über 100 Millionen Jahren gibt es die Bienen nun schon und seit einigen tausend Jahren leben sie zusammen mit den Menschen. Sie haben unzählige Klimaveränderungen und Umweltkatastrophen überlebt und doch ist ihr Überleben jetzt gefährdet.
Der durchschnittliche Bienenverlust im Winter 2016 lag in Deutschland zwischen 15% und 20%, in Frankreich sogar bei 30%.
Die Gründe dafür sind unterschiedlichster Natur und wurden zum Teil bereits auf unserem Blog besprochen:
Sei es der Verlust der Artenvielfalt, die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft oder die intensive und ausbeutende Bienenzucht, in der es sich nur um die Produktion von Honig, Propolis, Gelée Royale oder Wachs geht.
All dies sind Faktoren, die dazu führen, dass die Bienen ihre Lebensräume verlieren, keine Nahrung finden, dass ihre Fähigkeit miteinander zu kommunizieren gestört wird und die Bienenvölker genetisch geschwächt werden.

Eine erschreckende Entwicklung, finden auch die Filmemacher Perrine Bertrand und Yan Grill. Ihren neuesten Dokumentarfilm „La ruche de biodiversité, pour que l‘abeille retrouve sa vraie nature sauvage“ (vorläufiger Arbeitstitel. Übersetzt in etwas: „Die Bienen mit Hilfe der Biodiversität im Bienenstock zu ihrer natürlichen Lebensweise zurückzuführen“) widmen sie sich daher dem wenig besprochenen und sehr wichtigen Thema der Bedürfnisse der Bienen.
Der Film spiegelt die Meinungen verschiedenster Personen zu diesem umstrittenen Thema in Gesprächen mit Imkern, Wissenschaftlern, Entomologen und Leuten wie uns wider: Sie alle sind auf der Suche nach konkreten Lösungen, um den Bienen eine natürliche Lebensweise zu ermöglichen.
Dank dieser aufschlussreichen Gespräche erhält man einen tieferen Einblick in das Leben der Bienen und es wird deutlich, dass es an der Zeit ist, neben der auf die Produktion ausgerichteten Bienenzucht, auch eine Bienenzucht zum Erhalt selbiger zu etablieren.
Im Rahmen des Films werden unterschiedliche Ansätze für eine solche respektvolle und nachhaltige Bienenzucht vorgestellt.
Zunächst einmal sei es wichtig, den Bienen einen natürlichen Lebensraum in Form eines Bienenstocks zu ermöglichen, der den natürlichen Behausungen der Bienen am nächsten kommt (wie z.B. in alten Baumstümpfen).

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Source: http://ruchesdebiodiversite.fr/

Darüber hinaus sei es entscheidend, dass die Bienen in ihrer Entwicklung in Frieden gelassen würden und so wenig wie möglich in ihr Leben eingegriffen werde.
Eben diese zwei Prinzipien vertritt auch das Konzept der Biodiversität im Bienenstock, das der Titel des Films aufgreift, im Gegensatz zur herkömmlichen Bienenzucht.

Im Laufe der während des Films geführten Gespräche, wird jedoch deutlich, dass auch das Konzept der Biodiversität nicht die ideale Lösung ist.
Allerdings ist es ein erster Schritt, in die richtige Richtung: Dieses Konzept geht schon viel mehr darauf ein, was die Bienen wirklich brauchen, anstatt sie unter immer größer werdendem Leistungsdruck zur Herstellung von Honig und co. zu drängen.
Daher wird auch der Film ganz bewusst aus Sicht der Bienen gedreht.

Ohne Vorurteile oder Sarkasmus, zeigt dieser Film, dass es nicht darum geht, etwas Neues zu erfinden, sondern die Dinge zu überdenken und sich auf jene guten Ansätze zu besinnen, die im Laufe der jahrelangen, rein produktionsorientierten Bienenzucht in Vergessenheit geraten sind. Eben solche Ansätze, wie den Bienen die Form ihres Stocks selbst zu überlassen und sie nicht in starre Rahmen zu zwängen.
Und auch wenn man angesichts dieser schwerwiegenden Problematik, unter der die Bienen leiden, geneigt ist, die Hoffnung zu verlieren, so verspricht dieser Dokumentarfilm genau das Gegenteil.

Es ist ein Film, der selten gehörte Meinungen zeigt. Ein Film, der bereichert, Begeisterung weckt und motivierendes Unbehagen bereitet, der Mut macht, Hoffnung gibt und dazu aufruft, die Ärmel hoch zu krempeln und dafür zu kämpfen, dass die freien Bienen immer weiter leben können!

Für die Vollendung ihres Films sammeln die Macher zur Zeit noch Spenden, also wer mag:

https://bluebees.fr/fr/project/331-

Darüber hinaus findet man auf der Internetseite des Projekts viele hilfreiche und interessante Informationen zu diesem Thema und aufschlussreichen Veranstaltungen. Für alle die Interesse haben, bietet das Team um Betrand und Perrine außerdem Kurse an, in denen man zum Beispiel lernt, wie man einen Strohbienenkorb baut und alles über die natürliche Bienenzucht erfahren kann.

Version française à suivre

LB

 

 

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