Vom Besten für Kind und Umwelt

Kinderkram (24 von 35)
Source: LB

Spielend zu lernen ist für die Entwicklung unserer Kinder überaus wertvoll. Der Lieblings-Beißring wie auch das Marienkäfer-Mobile, das sich leise über dem Kinderbett in der Luft dreht, sind dabei große Helfer. Aus welchem Material sollte das Spielzeug am besten gefertigt sein, damit es für unsere kleinen Lieblinge keine Gefahr darstellt? Wo können wir es kaufen, wenn wir möchten, dass es sozial und ökologisch verantwortungsvoll hergestellt worden ist?

Schadstoffe, Lohnsklaverei und Umweltzerstörung – Begriffe, die man nicht im Zusammenhang mit Spielsachen erwartet und schon gar nicht erwarten will. Und doch sind diese so widersprüchlichen Begriffe heute leider schwer voneinander zu trennen.

Um zu zeigen, dass es dennoch Auswege und Alternativen gibt, widmen wir unseren heutigen Artikel dem Thema der hochwertigen Spielsachen. Denn auch bei Spielsachen gibt es einiges herauszufinden – sowohl in Bezug auf ihre Bedeutung für die Entwicklung der Kinder, als auch was ihre Qualität und Herstellung betrifft. Ihr Einfluss auf die Gesundheit der Kinder und die Umwelt ist damit natürlich eng verwoben.

Für viele Erwachsene mag Spielen nur ein Zeitvertreib sein – für Kinder ist es jedoch von enormer Wichtigkeit, denn es trägt in besonderem Maße zu ihrer Entwicklung bei.
Vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter tragen sämtliche Sinneseindrücke, wie hören, sehen, fühlen und schmecken, zum Weltentdecken und zur Entwicklung der Kinder bei.

Spielsachen mit unliebsamen Inhaltsstoffen…

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Quelle:pixabay.com

Alles wird angefasst und in den Mund genommen. Dabei nehmen die Kinder je nach Spielzeug leider alarmierende Mengen belastender und gesundheitsgefährdender Inhaltsstoffe auf: Schwermetalle, Blei, Weichmacher, allergene Duftstoffe, Nickel und Borsäure stehen auf dem Menü, und die haben da nun wirklich nichts zu suchen.

Als Weichmacher eingesetzte Phtalate haben einen hormonellen Einfluss auf den Körper und sind krebserregend. Bestimmte verwendete Duftstoffe können Depressionen auslösen und erhöhen das Risiko von Durchfall und Ohreninfektionen.
Eine Untersuchung von Stiftung Warentest hat im Jahr 2010 ergeben, dass schockierende 80% der untersuchten Spielzeuge schadstoffbelastet waren. Dies hat sich in den letzten Jahren mit einem Wandel der Einstellung von Herstellern und Verbrauchern glücklicherweise verbessert.

Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn hinzukommt, dass Kinder Giftstoffe ganz anders verarbeiten als Erwachsene: Ihr Immunsystem ist noch viel schwächer, als das der Erwachsenen, die Giftstoffe lagern sich in den Zellen des noch in der Entwicklung befindlichen Kindes ein und verändern diese nachhaltig.

Durch das In-den-Mund-nehmen nehmen die Kinder zudem viel größere Mengen an Schadstoffen auf, als es beim Anfassen der Fall ist. Daher können bei ihnen schon niedrige Konzentrationen der schädlichen Inhaltsstoffe massive Schäden anrichten.

Faire Spielzeugherstellung? Leider meist Fehlanzeige

Ebenso wie die gesundheitliche Unbedenklichkeit sind faire Produktionsbedingungen bei Spielsachen Mangelware. 70-90% der Spielzeuge, die sich der Zeit auf dem Markt befinden, werden unter menschenunwürdigen Bedingungen in Niedriglohnländern wie China produziert.

Wenn man Artikel aus solchen Produktionen vermeiden möchte, sollte man als Verbraucher verstärkt darauf achten, Spielsachen zu kaufen, deren Hersteller unter sozialverträglichen Bedingungen produzieren und den Kauf billiger Spielwaren ohne Angaben des Herstellers vermeiden.

Neben der Auskunft vom Spielwarenhändler eures Vertrauens dienen unter anderem der ICTI-Kodex sowie die „Made in Germany“ oder FAIRTRADE-Gütesiegel als Orientierungshilfe, um Spielzeughersteller zu finden, die unter fairen Bedingungen produzieren.deutsche handarbeit

Nachhaltigkeit und Spielsachen – zwei verschiedene Paar Schuhe?

Für die Wahl des richtigen Spielzeugs, spielen aber nicht nur die gesundheitlichen und sozialen Aspekte eine Rolle, denn auch Nachhaltigkeit, sowohl in der Produktion als auch im Konsum von Spielwaren, ist ein Thema von wachsender Bedeutung. Was kann man machen, um diesen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht zu werden?

Auf der Suche nach nachhaltig produzierten Spielsachen kann man z.B. darauf achten, dass die Artikel aus umweltschonenden Materialien und nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Holz hergestellt wurden und das bei der Herstellung schadstofffreie Lacke und Farben verwendet wurden.

Darüber hinaus ist die Langlebigkeit der Spielsachen von großer Bedeutung für die Nachhaltigkeit: Mit ausgewählten, hochwertigen und langlebigen Spielsachen im Kinderzimmer und indem man Abstand nimmt vom ständigen Neukaufen, leistet man einen bedeutenden Beitrag gegen die Wegwerf-Kultur und vermittelt den Kindern gleichzeitig, dass alle Gegenstände im Kinderzimmer von Wert und unsere Ressourcen begrenzt sind.

Weniger ist mehr

Viele aktuelle Studien belegen außerdem den positiven Einfluss des

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Quelle: Yarruta

ressourcenschonenden Umgangs mit Spielsachen. Dazu zählt auch das Konzept „Spielzeugfrei“. Dieses beweist, dass Kinder, die mit wenigen, ausgewählten Spielsachen aufwachsen, kreativer sind.

Sie lernen sich mit sich selbst und dem zu beschäftigen, was sie zur Verfügung haben, sie langweilen sich weniger, sind zufriedener und es kommt seltener zu Streit zwischen den Kindern.

 

 


Fragt ihr euch jetzt, was genau ihr alles beachten könnt und welche Firmen hochwertiges, sprich sozialverträgliches, nachhaltiges und gesundheitlich unbedenkliches Spielzeug herstellen? All das möchten wir euch in den kommenden Tagen in zwei weiteren Artikeln erklären. Ihr könnt gespannt sein!

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